Die endokrinen Disruptoren in Parfums: Mythos oder Realität?
Laboratoire AiméeEin endokriner Disruptor ist ein Molekül, das die normale Funktion unserer Hormone stören kann, selbst wenn es in sehr geringer Menge in einem Produkt vorhanden ist.
Das Vorkommen dieser mikroskopischen Moleküle in vielen Kosmetikprodukten wirft echte Bedenken auf. Tatsächlich können sie die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, das Risiko bestimmter hormonabhängiger Krebsarten erhöhen und sogar die Entwicklung und das Wachstum von Kindern stören.
Man findet sie überall, insbesondere in Alltags-Hygieneprodukten: Seifen, Cremes, Make-up, Haarpflege, Parfums…
In diesem letzten Fall ist Vorsicht geboten. Denn Duftwässer (Eau de Toilette, Eau de Parfum, Eau de Cologne) werden direkt auf die Haut aufgetragen, eingeatmet und oft schon ab der Jugend, sogar im Kindesalter, verwendet. Sie sind problematisch, nicht nur wegen der enthaltenen endokrinen Disruptoren, sondern auch aus anderen Gründen.
Die Bestandteile von Parfums: Was steckt wirklich drin?
Ein konventionelles Parfum ist keine einfache natürliche Duftkomposition. Es enthält viele chemische Bestandteile, darunter:
- Allergene (Limonen, Linalool, Geraniol): müssen zwingend aufgeführt werden, ihr Vorhandensein ist eines der ersten identifizierten Risiken.
- Als endokrine Disruptoren identifizierte Substanzen: Phthalate (darunter DEP), die als Fixiermittel verwendet werden, einige synthetische Moschusstoffe, UV-Filter, die zur Stabilisierung der Formel und Verlängerung der Duftdauer hinzugefügt werden.
- Toxische Substanzen: Lösungsmittel oder Konservierungsmittel, die Formaldehyd und andere problematische Verbindungen freisetzen.
- Farbstoffe: die ausschließlich dazu dienen, den Produkten eine bestimmte Farbe zu verleihen, dabei aber schädliche Substanzen mitbringen, die leicht vermeidbar wären…
- Flüchtige organische Verbindungen: die direkt zur Verschmutzung der Innen- und Außenluft beitragen.
- Reizstoffe: Alkohol in hoher Konzentration in manchen Eau de Toilettes oder Eau de Parfums.
Einige große Häuser oder Marken von Eau de Cologne aus der Provence verwenden weiterhin diese klassischen Verfahren, auch wenn sie heute mehr Transparenz zeigen und Fortschritte in puncto Sicherheit machen.
Fokus auf endokrine Disruptoren in Parfums
Phthalate, die wir bereits kurz erwähnt haben, sind chemische Verbindungen, die in Alltagsprodukten weit verbreitet sind: Parfums, Shampoos, Deodorants, Kunststoffe oder auch Lebensmittelverpackungen.
Ihre Rolle besteht oft darin, Gerüche zu fixieren oder Materialien geschmeidig zu machen. Diese Substanzen werden als endokrine Disruptoren eingestuft, die die Hormonproduktion und -regulierung im menschlichen Körper stören können – aber nicht nur das: Sie beeinflussen auch Ökosysteme, was sie auch umweltrelevant macht.
Wissenschaftliche Studien heben besorgniserregende Effekte hervor, besonders während der Entwicklungsphasen: in der Schwangerschaft, im Kleinkindalter und dann in der Adoleszenz. Eine aktuelle Studie zeigte beispielsweise, dass eine hohe Phthalatexposition das Risiko für ADHS-ähnliche Verhaltensweisen bei Jugendlichen um 25 % erhöht.
Doch die Folgen hören hier nicht auf, denn bei Erwachsenen wurden diese Verbindungen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Eine weitere Untersuchung ergab sogar, dass der Verzicht auf Schönheitsprodukte mit Phthalaten schnell messbare Verbesserungen bewirkt: Nach nur 28 Tagen ohne Exposition zeigten die Teilnehmerinnen nicht nur einen signifikanten Rückgang der Phthalatkonzentrationen im Urin, sondern auch eine Verringerung der Expression von krebsbezogenen Genen.
Angesichts dieser Ergebnisse halten einige Hersteller die Beweise noch für unzureichend, um ein Verbot zu rechtfertigen. Für Andrea Gore, Professorin für Pharmakologie und Toxikologie an der University of Texas in Austin, sind die Signale jedoch schon deutlich genug: Sie empfiehlt, die Exposition so weit wie möglich zu reduzieren, besonders für Familien und Eltern kleiner Kinder, die besonders gefährdet sind. Diese Vorsicht ist umso wichtiger, da die europäische Regulierung zu endokrinen Disruptoren begrenzt ist und sich nur langsam entwickelt.
Wie wählt man Parfums besser aus?
Vor der Wahl eines Parfums ist es wichtig, die besonders empfindlichen Personen gegenüber endokrinen Disruptoren zu berücksichtigen. Schwangere Frauen, Kinder, Jugendliche sowie Allergiker oder Asthmatiker, nicht zu vergessen Menschen mit hormonbedingten Erkrankungen (PCOS, Endometriose, Schilddrüsenprobleme zum Beispiel): Diese Gruppen benötigen besondere Aufmerksamkeit. Für sie zählt jeder Inhaltsstoff, und Einfachheit wird zu einem echten Sicherheitsmerkmal.
Glücklicherweise ist es heute möglich, sich unbesorgt zu parfümieren, wenn man die Etiketten richtig liest, die richtigen Siegel erkennt und natürliche Alternativen findet, die zum jeweiligen Profil passen.
1. Die richtigen Siegel auf einen Blick erkennen
Viele Siegel ermöglichen heute die Identifikation von Parfums, die ohne umstrittene Inhaltsstoffe hergestellt wurden. Die bekanntesten wie COSMOS, Nature & Progrès oder Natrue garantieren das Fehlen petrochemischer Substanzen, problematischer Konservierungsmittel oder synthetischer Duftstoffe.
Diese Siegel verlangen zudem volle Transparenz bezüglich der Zusammensetzung, eine umweltfreundliche Vorgehensweise und oft auch eine lokale und/oder ethische Herstellung.
Gut zu wissen: Ein Parfum mit Cosmos Organic- oder Nature & Progrès-Zertifikat schließt beispielsweise die Verwendung von Phthalaten, nitrierten Moschusstoffen oder anderen noch häufig in der konventionellen Parfümerie verwendeten synthetischen Fixiermitteln aus.
Neugierig auf mehr? Lesen Sie unseren ausführlichen Artikel zu Siegeln, die Kosmetik ohne endokrine Disruptoren garantieren.
2. Zwischen den Zeilen lesen lernen
Auch ohne Siegel können einige Angaben auf dem Etikett bereits helfen, die Zusammensetzung eines Parfums einzuschätzen. Das erfordert eine aufmerksame – und manchmal etwas technische – Lektüre der berühmten INCI-Liste (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients), die auf allen in Europa verkauften Kosmetikprodukten Pflicht ist.
Beispiele für Hinweise, die es zu entschlüsseln gilt:
- „Parfum“ oder „Fragrance“: Diese generischen Begriffe können eine Mischung aus mehreren Dutzend Molekülen bezeichnen, natürlichen oder synthetischen Ursprungs. In der konventionellen Parfümerie verbergen sie manchmal die Anwesenheit von Phthalaten oder synthetischem Moschus.
- Deklarierte Allergene (Limonen, Geraniol, Linalool …): Ihre Angabe ist ab einem bestimmten Schwellenwert verpflichtend. Diese Bestandteile sind oft natürlichen Ursprungs (aus ätherischen Ölen), können aber empfindliche Haut reizen.
- Fachbegriffe oder Abkürzungen: wie DEP (Diethylphthalat), BHT oder Benzylsalicylat. Einige davon werden als endokrine Disruptoren oder Allergene verdächtigt.
Eine Etikette richtig zu lesen erfordert kein Chemikerwissen, sondern nur einige einfache Gewohnheiten. Je kürzer die INCI-Liste, desto besser. Eine minimalistische Formulierung steht oft für Transparenz… und Sicherheit.
Mehr erfahren Sie in unserem Leitfaden: Wie man die INCI-Liste entschlüsselt, um endokrine Disruptoren zu erkennen.
3. Gesündere Alternativen entdecken
Die Naturparfümerie bietet heute eine schöne Vielfalt an Optionen für alle, die Duftgenuss und Sicherheit verbinden möchten. Im Gegensatz zu konventionellen Parfums setzen diese Alternativen auf einfachere Zusammensetzungen, oft 100 % natürlichen Ursprungs, ohne synthetische Fixiermittel oder petrochemische Inhaltsstoffe.
Zu den beliebtesten Formaten gehören:
- Festparfums: praktisch zum Mitnehmen, alkoholfrei, ideal für trockene oder empfindliche Haut.
- Natürliche Eau de Parfums: auf Basis von ätherischen Ölen formuliert, bieten sie eine reiche Duftvielfalt. Zu beachten: Einige Allergene können aufgeführt sein, da sie natürlich in den verwendeten ätherischen Ölen vorkommen. Ihre pflanzliche Herkunft und die kontrollierte Dosierung unterscheiden sie von umstrittenen synthetischen Inhaltsstoffen. Bei Aimée de Mars gehen wir noch weiter und stellen sicher, dass unsere ätherischen Öl-Formeln die Parfums nicht lichtempfindlich machen. Unsere Düfte können während Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden.
- Hydrolate und Blütenwasser: perfekt für Kinder oder für eine leichte tägliche Anwendung.
Bei Aimée de Mars werden die Parfums aus bio-Weizenalkohol ohne chemische Denaturierung, lebendigem keltischem Quellwasser und natürlichen Düften auf Basis edler ätherischer Öle und Blütenabsolues hergestellt. Kein synthetischer Inhaltsstoff oder verdächtiger endokriner Disruptor wird verwendet: Sie enthalten weder Phthalate, noch synthetischen Moschus, noch chemische Filter oder umstrittene Konservierungsmittel wie BHT und können auch während Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden.
Fazit: Mythos oder Realität?
Realität! Das Vorkommen von endokrinen Disruptoren in Duftwässern, Eau de Toilettes, Eau de Parfums oder Eau de Colognes ist kein Mythos. Studien aus Europa, den USA und Kanada bestätigen, dass diese chemischen Substanzen weiterhin in den Formeln enthalten sind.
Vorsicht bleibt entscheidend. Um die Exposition gegenüber endokrinen Disruptoren zu reduzieren, zählt jede Handlung: Parfums mit Zertifikat wählen, die INCI-Liste sorgfältig lesen, einfachere Formate bevorzugen, besonders bei empfindlichen Personen… Mit diesen guten Gewohnheiten schützt man nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die seiner Angehörigen – Kinder, Jugendliche, Schwangere – und sogar die Umwelt.
Einige Marken gehen über die reine Einhaltung der Vorschriften hinaus. So auch Aimée de Mars, Pionierin in der Herstellung von Parfums ohne endokrine Disruptoren. Erwecken Sie Ihre Sinne mit Düften, die zu Ihnen passen: Entdecken Sie unsere Auswahl an Parfums ohne endokrine Disruptoren.
